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Thema: Eigenhandel mit Aktien und Kryptowährungen

  1. #1

    38 Jahre alt
    2 Beiträge seit 07/2020

    Eigenhandel mit Aktien und Kryptowährungen

    Hallo zusammen!

    Ich bin neu im Forum und stehe zur Zeit am Anfang meiner Recherchen. Meine Fragen sind an die Mitglieder gerichtet, die sich mit dem Steuersystem in Zypern etwas besser auskennen. Dass ich mich schließlich professionell beraten lassen sollte, ist mir klar. Zypern kenne ich nur von mehreren langen Urlauben, aber kann mir sehr gut vorstellen dort längere Zeit zu verbringen.

    Ich handele zur Zeit nebenberuflich mit Aktien und Kryptowährung und würde mich gerne in 2021 meinen Job aufgeben und mich alleinig auf den Handel konzentrieren. Gleichzeitig will ich nicht mehr die perverse Steuerlast in Deutschland tragen und auch nicht mehr in Deutschland leben. Gerade auf die Kryptogewinne werde ich für 2020 absurde 45% Steuern zahlen müssen. Ich hoffe durch eine Verlegung meines Lebensmittelpunktes bis Mai 2021 meinen effektiven Steuersatz auf nahe 0 drücken zu können.

    Der Handel, den ich betreibe, wird überall als eindeutig "professionelle Tätigkeit" ausgelegt werden und nie als "gelegentlicher Handel" oder Ähnliches. Es handelt sich um mehrere Tausend Transaktionen im Jahr bei recht hohem Transaktionsvolumen.

    Es scheint die Möglichkeit zu geben, einfach als Privatperson im HNWI oder Non-Dom Programm (Aufenthaltsbestimmung sind erstmal zweitrangig) meinen Handelsaktivitäten nachzugehen und voll steuerbefreit zu sein (z.B. Deloitte). Andererseits wird auf verschiedenen Seiten empfohlen, eine Zypern Ltd oder Offshore Firma zu gründen "um sicher zu gehen", vermutlich wegen Rechtsunsicherheiten bezüglich Kryptowährungen.

    Ist bekannt, ob dieses Vorhaben als Privatperson tatsächlich zu 0% Besteuerung führt? Das wäre außerordentlich bequem. Müssen die Kapitalerträge und Kryptogewinne in einer zyprischen Steuererklärung deklariert werden? Kleinigkeit aber interessant: Ist in dieser Situation weiterhin die deutsche Bankverbindung nutzbar, oder könnte das zu einer "ungünstigen" Prüfung des Lebensmittelpunktes durch das Finanzamt führen?

    Vielen Dank im Voraus.

  2. Nach oben    #2

    38 Jahre alt
    2 Beiträge seit 07/2020
    Die Verknüpfung zu dem Deloitte Dokument, das sich mit dem Thema befasst, wurde leider wegmoderiert. Es sei angemerkt, dass es sich um eine Publikation eines Big-4 WP/StB handelt und sicher keine Werbung darstellen sollte.

    Ich habe allerdings noch im Dokument gesehen, dass 2,65% GHCS auf Einkommen bis EUR 180k berechnet werden. Wenn das alles ist, wären es bloss EUR ~5k p.a. und damit noch sehr gut verschmerzbar und einer Firmengründung vorzuziehen.


  3. Nach oben    #3

    aus Larnaca
    32 Beiträge seit 01/2020
    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Du brauchst keine Limited, und du zahlst als Non-Dom lediglich die 2,65% GESY/NHS/GHS für 17 Jahre wenn Du Deinen Wohnsitz auf Zypern hast und nirgendwo anders eine Steuerpflicht auslöst.
    Mir gings nämlich genauso wie Dir, Zypern ist für "hauptberufliche Trader" ein Traum, zumindest bis die 17 Jahre um sind oder es sich Gesetzesänderungen ergeben würden was die GESY/NHS/GHS oder Steuern betreffen.
    Kannst Dich gerne mal per PN melden!
    Gruß Reinhard

  4. Nach oben    #4
    Erwäge ebenfalls nach Zypern definitif auszuwandern.
    Was bitte bedeuten die Abkürzungen in : " 2,65% GESY/NHS/GHS" ?
    Kann man sich die von den Banken in der BRD automatisch abgezogene Kapitalertragsteuer und den Soli als NON-DOM
    in Zypern oder in der BRD irgendwie erstatten lassen ?
    Bin für jede Info dankbar

  5. Nach oben    #5

    aus Kiti
    196 Beiträge seit 09/2015
    Danke
    2
    Gesy ist synonym für GHS, was für General Health System steht. Dieses ähnelt dem britischen NHS.

  6. Nach oben    #6

    aus Kiti
    196 Beiträge seit 09/2015
    Danke
    2
    Kommt darauf an. Meines Wissens unter Umständen ja. Nämlich dann, wenn man die freiwillige unbeschränkte Steuerpflicht erfolgreich beantragen kann. Freiwillige unbeschränkte Steuerpflicht ist aber an Bedingungen geknüpft wie z. B. dass 90% des gesamten Einkommens aus deutschen Quellen stammen muss (wobei m. W. Kapitaleinkünfte nicht mitgerechnet werden).
    Eine andere Möglichkeit, die deutsche Quellensteuer zu umgehen, sollte m. E. sein, amerikanische ADRs auf deutsche Aktien zu kaufen. Diese sind ja technisch Anleihen des Emittenden und zahlen daher Zinsen (in Höhe der Dividende abzüglich einer kleinen Gebühr), keine Dividenden. Und Zinsen sind in Zypern steuerfrei (bis auf die ca. 3% Krankenversicherungsbeitrag, falls man kein S1 Formular hat) und die USA erheben derzeit keine Quellensteuer auf Zinsen. Ist aber bisher nur meine eigene theoretische Überlegung. Ich bin kein Steuerfachmann und habe es noch nicht ausprobiert.

  7. Nach oben    #7

    1 Beiträge seit 05/2021
    Hi,

    ich bin auch kurz davor, den Schritt nach Zypern zu wagen. Für mich ist der Grund ebenfalls der Handel mit Kryptowährungen, auch wenn ich bedeutend weniger Trades pro Jahr mache. Da mir jedoch ein klassisches Einkommen fehlt, könnte auch bei mir das Traden schnell als professionell angesehen werden.

    Zitat Zitat von NDBJRC78 Beitrag anzeigen
    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Du brauchst keine Limited, und du zahlst als Non-Dom lediglich die 2,65% GESY/NHS/GHS für 17 Jahre wenn Du Deinen Wohnsitz auf Zypern hast und nirgendwo anders eine Steuerpflicht auslöst.
    Mir gings nämlich genauso wie Dir, Zypern ist für "hauptberufliche Trader" ein Traum, zumindest bis die 17 Jahre um sind oder es sich Gesetzesänderungen ergeben würden was die GESY/NHS/GHS oder Steuern betreffen.
    Kannst Dich gerne mal per PN melden!
    Gruß Reinhard
    Hast du dazu irgendwelche Quellen? Kryptowährungen sind in dem Dokument von Deloitte ja nicht explizit genannt.
    Ich lese im Internet unterschiedliche Meinungen bzgl. der Versteuerung von Gewinnen von Kryptowährungen und bin jetzt etwas verunsichert, ob ich in Zypern wirklich meine Kryptowährungen steuerfrei verkaufen kann.

  8. Nach oben    #8

    aus Larnaca
    32 Beiträge seit 01/2020
    Zitat Zitat von Benjo Beitrag anzeigen
    Hi,

    ich bin auch kurz davor, den Schritt nach Zypern zu wagen. Für mich ist der Grund ebenfalls der Handel mit Kryptowährungen, auch wenn ich bedeutend weniger Trades pro Jahr mache. Da mir jedoch ein klassisches Einkommen fehlt, könnte auch bei mir das Traden schnell als professionell angesehen werden.



    Hast du dazu irgendwelche Quellen? Kryptowährungen sind in dem Dokument von Deloitte ja nicht explizit genannt.
    Ich lese im Internet unterschiedliche Meinungen bzgl. der Versteuerung von Gewinnen von Kryptowährungen und bin jetzt etwas verunsichert, ob ich in Zypern wirklich meine Kryptowährungen steuerfrei verkaufen kann.
    Nach vielen Unterhaltungen mit Steuerberatern und Kollegen wurde bisher keine Regelung für Kryptos getroffen. Somit unterliegen Tradinggewinne aus Kryptos dem zu versteuernden Einkommen (als wenn man "normal" arbeitet, Traden gilt als Einkommen wurde erwähnt), solange sie nicht explizit genannt werden in den Steuergesetzen wird man sie also mit dem persönlichen Steuersatz (wie in dem Deloitte Dokument zu sehen) versteuern müssen.

    Einige erzählen zwar es ginge trotzdem, wurde auch jahrelang praktiziert, hab aber auch von anderen gehört die sagten da werden auf viele die dem Irrglauben unterlegen haben dass für private Trader mit Non-Dom bei Kryptos nix zu zahlen ist evtl. Nachzahlungen fällig werden, angeblich sind die Steuerprüfer in den Behörden aktuell bei 2017... Die Zeit wird es zeigen. Einfach vom "worst case" (35% ab 60.000 Gewinn) ausgehen und wenns besser wird ist alles wunderbar.


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