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Thema: Wohin führt der Bauboom auf Zypern???

  1. #1
    Zypern-Insider
    58 Jahre alt
    aus Übach-Palenberg
    1.355 Beiträge seit 04/2005

    Wohin führt der Bauboom auf Zypern???

    Das Zypern eigentlich schon immer eine Grossbaustelle war, ist wohl jedem bewußt, der schon mal dort war.

    Aber das Schlimmste scheint erst noch zu kommen!
    Da ich gerade dabei bin Kai´s Hausbeschreibungen zu übersetzen, habe ich mit Schrecken festgestellt, dass ca. 90% dieser Häuser, Appartementanlagen, Villen u.s.w. erst geplant sind! Überall, aber wirklich überall werden Anlagen für Reiche gebaut, die entweder eine Ferienunterkunft suchen, oder sich dort zur Ruhe setzen. Auch in den vielen kleinen Dörfern, die ich zum Teil auch kenne, weil ich dort Zyprioten besucht habe. Vor ein paar Jahren gab es dort keinen Tourismus und nun werden diese Orte zugebaut, weil ein Golfplatz in der Nähe entsteht.

    Wie Kai erzählte wird derzeit auch fast alles genehmigt an neuen Wohnprojekten, also wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, bis die ersten wirklich grossen Hochhäuser in diesen typisch zypriotischen Dörfern entstehen.

    Ich frage mich, warum nicht ein Aufschrei durch das Land geht! Die Zyprer können doch nicht so blind sein (oder so wild auf das Geld), dass sie nicht sehen, wohin diese Entwicklung führt? Zypern wird seinen Charakter verlieren, das Land wird von Ausländern überschwemmt werden, für die Zyprioten wird es immer schwerer werden dort zu überleben, denn die Einwanderung der vielen Reichen wird die Preise in die Höhe treiben.

    Was meint Ihr? Und weiß vielleicht einer der Auswanderer ob das überhaupt ein Thema bei der zyprischen Bevölkerung ist?

  2. Nach oben    #2
    Zypern-Insider
    58 Jahre alt
    aus Paphos
    1.477 Beiträge seit 04/2005

    Re: Wohin führt der Bauboom auf Zypern???

    Zitat Zitat von monique
    Die Zyprer können doch nicht so blind sein (oder so wild auf das Geld), dass sie nicht sehen, wohin diese Entwicklung führt?
    Doch, leider ist es genau so. Ich habe noch nie ein so geldgieriges Volk erlebt. Und am Bauboom sind die Zyprioten ebenso beteiligt wie die Engländer. Die machen sich auch keine Gedanken darüber, dass sie ihre Insel Stück für Stück verkaufen und irgendwann kein Land mehr da ist, das sie mal eben verscheuern können, weil der Sohnemann einen BMW will. Die Zyprioten machen sich um ihre Zukunft überhaupt keine Gedanken, sie leben nach dem Motto: Es hat schon immer geklappt, es wird auch so weitergehen...


  3. Nach oben    #3
    Zypern-Insider
    58 Jahre alt
    aus Übach-Palenberg
    1.355 Beiträge seit 04/2005
    Na denn Prost Mahlzeit.
    Dann wird Zypern in 10 Jahren wohl so aussehen wie Dubai. Klasse!

  4. Nach oben    #4
    Zypern-Fan
    51 Jahre alt
    aus Frankfurt a.M. / Episkopi (im Urlaub)
    27 Beiträge seit 08/2007
    Die Zyprioten (meine sehr zahlreiche Verwandtschaft eingeschlossen) haben halt grundsätzlich nicht das Umweltbewußtsein, dass in großen Teilen Resteuropas mittlerweile vorhanden ist. Das fängt bei der Zubetonierung der Landschaft an und hört nicht unbedingt mit dem Wegschmeißen von unverottbaren Pet-Flaschen auf. Gerne lässt man das Auto auch mal 20 Minuten im Leerlauf, damit die Klimaanlage auch schön weiterläuft. Der Wind wirds schon wegwehen. Zudem sind die Häuser, die in Zypern gebaut werden in der Regel Pott-Häßlich. Die Häuser der Reichen sind fast immer auch reich an Kitsch (Türme, Säulen etc.). Aber wenn dieEntwicklung so weitergeht, werden irgendwann die reinigenden Kräfte des Marktes einsetzen: die Insel wird ihre Attraktivität verlieren, sei es aufgrund des Baubooms, sei es weil kein Wasser mehr da ist oder auch einfach nur weil alles zugemüllt wurde. Dann werden die Zugereisten flüchten. Und dann purzeln die Preise auch wieder...
    Aber bis dahin kanns noch eine ganze Weile dauern. Wir sind ab morgen in Episkopi und dann werde ich mir die Entwicklung mal wieder live vor Ort ansehen...

  5. Nach oben    #5
    Zypern-Insider
    57 Jahre alt
    aus Limassol
    692 Beiträge seit 06/2007
    Ich glaube nicht das es sooo schlimm werden wird wie Dubai, aber irgendwann muss mal einer stop sagen, ansonsten haben wir wirklich zu viele leere Neubauten hier auf ( in) Zypern.
    Ich sehe das der Markt in den naechsten 2 Jahren mehr auf wiederverkaufs Objecte geht.
    Mal sehen was kommt.

  6. Nach oben    #6
    Zypern-Insider Avatar von Marion
    1.095 Beiträge seit 04/2005

    Re: Wohin führt der Bauboom auf Zypern???

    Zitat Zitat von monique

    Was meint Ihr? Und weiß vielleicht einer der Auswanderer ob das überhaupt ein Thema bei der zyprischen Bevölkerung ist?
    Ich denke, dass schon viele den Weg, den Zypern eingeschlagen hat, mit Aufmerksamkeit verfolgen. In erster Linie sind das wohl die Zyprioten, die im Ausland leben, aber immer wieder zu Familie und Land heimkehren, dann ganz sicher ein Teil der älteren Engländer, denen aufgrund ihrer Stationierung auf Zypern vor Jahrzehnten die Insel zur Heimat wurde und die sich schon von den heutigen, kolonienbildenden Engländern unterscheiden und sicherlich die "Grünen" Zyprioten auf der Insel.

    In diversen englischsprachigen Zeitungen, die auf Zypern erscheinen, ist dieser Ausverkauf und Zubetonierung der Insel für viele Leute ein Thema, welches in Leserbriefen veröffentlicht wird. Ich habe in der Cyprus-Mail erst vor kurzem solch einen Brief eines Zyprioten gelesen, der mit Schrecken sieht, wie in seinem Dorf mit 200 Einwohnern eines neues Bauprojekt mit 150! neuen Ferienhäusern genehmigt wurde; er meinte eben auch, dass das Dorf, so wie es war, damit "gestorben" wäre und die ethnologischen Veränderungen tiefgreifend und unwiderruflich sind. Wie wahr!

    Ein Engländer schrieb auch erst letztens, dass der Bauboom jeder Beschreibung spottet. Zypern wird im Mittelmeerraum in Zukunft als "Insel, die sich selbst zubetoniert" beschrieben werden müssen.

    Diese Beispiele könnte man jetzt endlos fortsetzen; auch in anderen englischsprachigen Foren ist dieses Problem ein Thema.

    Vor allem frage ich mich, wer diese Wohnungen/Apartments/Häuser alle kaufen soll? Man braucht höchstens 10 Jahre zu warten, dann werden inselweit leerstehende, vor sich hin rottende Betonkisten zu sehen sein, da bin ich mir ziemlich sicher.

    Früher habe ich immer noch gedacht, die Zyprioten wären etwas schlauer, als die Spanier, die Mallorca und die Costa Brava bis zur Algarve zugebaut haben und sie hätten vielleicht etwas aus solchen Bausünden gelernt.
    Aber ich habe mich getäuscht, leider. Wenn das Geld lockt zählt der Moment, das Langfristdenken wird ausgeschaltet.

    Die Landverkauferei wird weitergehen, da die Alten, denen das Land noch etwas wert war und eine andere Beziehung dazu hatten, irgendwann weg sind und den Erben ist das doch scheißegal, die wollen Geld sehen.

    Ich kenne die Insel lange genug, um die Entwicklung beurteilen zu können und gehöre auch nicht zu denen, die Vergangenem nachhängen, ich lebe im hier und jetzt, die Zeit bleibt nirgendwo stehen, aber den Weg den Zypern geht, kann und werde ich glaube ich nicht mitgehen. Ich freue mich, dass ich 20 Jahre lang eine schöne Insel und liebenswerte Menschen erleben durfte. Mal sehen, was kommt, ich warte es ab.

  7. Nach oben    #7
    Zypern-Insider
    58 Jahre alt
    aus Übach-Palenberg
    1.355 Beiträge seit 04/2005
    Ein toller Beitrag, Marion.

    Sooo lange kenne ich die Insel ja noch gar nicht, aber schon in den paar Jahren kann man bei jedem Besuch wieder mehr neue Bauten sehen, die doch nur für Touristen sind und damit das Landschaftsbild kaputtmachen.

    Ich mache auch den Leuten die sich dort niederlassen keinen Vorwurf (hallo ihr Auswanderer ), wenn ich dort leben könnte, würde ich es auch tun.

    Aber wohl der zypriotischen Regierung die jetzt anscheinend alles genehmigt und somit Zypern zum Verkauf freigibt mit Folgen die eigentlich dem Dümmsten klar sein sollten. Warum meldet sich CTO (Cyprus Tourist Organization) nicht? Werben die nicht gerade mit dem besonderen Charakter der Insel? Mit schönen Landschaften, besonders liebenswerten Menschen und unglaublicher Gastfreundschaft? Am Ende wird es nur noch 300 Sonnentage im Jahr geben, aber nur noch für die Leute die in den Häusern eine Dachterrasse haben! Wenn Zypern dann noch da ist! Es sind ja schon andere Inseln im Meer versunken und Beton ist nicht gerade leicht.

    "Vor Jahren haben die Zyprer einen Krieg geführt um die Engländer aus dem Land zu bekommen, jetzt verkaufen sie es Ihnen"

  8. Nach oben    #8
    Zypern-Insider
    58 Jahre alt
    aus Übach-Palenberg
    1.355 Beiträge seit 04/2005
    Eine Antwort auf die Frage wohin der Bauboom auf Zypern führen kann, wurde am Sonntag im ARD Weltspiegel gegeben.
    Es ging über Spanien und dort läuft es ja nicht viel anders als auf Zypern.

    Bauen, bauen immer mehr bauen – die Immobilienträume der Spanier sind in den Himmel gewachsen. 250 Meter hoch sind die neuen Wahrzeichen der Hauptstadt Madrid, Bürotürme als Symbol für wirtschaftlichen Höhenflug und wahnsinnigen Bauboom. Immer mehr, immer höher, immer teurer – droht jetzt vielleicht der Absturz? Manche können nämlich in Madrid schon gar nicht mehr wohnen – Rocio Ramos ist eine von ihnen.

    Die Hypothekenzinsen haben einen neuen Höchststand erreicht, liest sie im Bus. 1 ¼ Stunden fährt Rocio jeden Tag von der Arbeit nach Hause. Vor zwei Jahren ist sie rausgezogen, 60 Kilometer außerhalb der Stadt – zwangsweise.

    "Madrid ist nicht drin für uns. Die Preise sind horrend. Deshalb ziehen die Leute immer weiter raus, weil du in Madrid weder etwas mieten noch etwas kaufen kannst", so Rocio Ramos.


    Dabei ist auch die Wohnung, die sich Rocio und ihr Freund gekauft haben, völlig überteuert. Ein Wohnblock aus den siebziger Jahren, optisch von begrenztem Charme. Aber Rocio ist eine typische Spanierin, kaum hatte sie ein festes Gehalt, nahm sie auch schon eine Hypothek auf. Die 65 Quadratmeter haben fast 200.000 Euro gekostet. Immens viel für spanische Einkommensverhältnisse. Rocio ist Sekretärin, ihr Freund Borja arbeitet als Gärtner – netto verdienen sie 1.900 Euro – beide zusammen, wohlgemerkt.

    "Das Wasser steht uns bis zum Hals"
    "Unser Problem ist die Immobilienspekulation in Spanien. Die Wohnungspreise sind wahnsinnig hochgegangen. Daran haben sich ein paar Leute extrem bereichert und dem Rest der Bevölkerung, steht das Wasser bis zum Hals, so wie uns", erzählt Rocio.

    Denn jetzt steigen auch noch die Zinsen. Wie die meisten Spanier haben die beiden einen Kredit mit variablem Zinssatz. Von anfangs 700 Euro monatlicher Belastung gingen sie schon im letzten Jahr auf 860 hoch. Und jetzt steht die nächste Erhöhung bevor, vermutlich noch einmal 150 Euro. Damit liegt die Belastung bei 1.000 Euro monatlich, das können Rocio und ihr Freund nicht mehr bezahlen. "Jedes mal wenn die Hypothek hochgeht, knapsen wir uns irgendwo eine Summe ab. Ständig müssen wir neu überlegen, worauf wir noch verzichten können. Der nächste Schritt ist jetzt, dass wir auch noch mein Auto verkaufen", sagt Rocio. Und der übernächste wird sein, die Wohnung wieder abzustoßen.

    Plötzlich hängen in Madrid überall diese Schilder. Plötzlich wollen alle verkaufen, aber nur noch wenige kaufen. Der Immobilienmarkt stagniert. Kein Wunder, bei diesen Wahnsinnspreisen: 25 Quadratmeter für 202.000 Euro.

    Auch an der Mittelmeerküste bei Valencia haben sich die Preise in den letzten zehn Jahren vervierfacht und noch wird weitergebaut. Dieter Moll lebt schon lange hier. Der ehemalige Besitzer der deutschen Zeitung "Costa Blanca Nachrichten" hat jahrelang beobachtet, wie Deutsche, Engländer und spanische Immobilienbesitzer systematisch die Küste mit Beton zugepflastert haben.



    Doch jetzt ist auf einmal auch hier Krisenstimmung angesagt, die Preise beginnen zu fallen, viele Objekte stehen leer. Vielleicht hat die Krise auch ihr Gutes. Die Landschaft hier, könnte eine Atempause gut vertragen, schließlich wurden ihr schon genügend Wunden zugefügt. Doch Spaniens Wirtschaft ist abhängig vom Bau – der Bausektor erwirtschaftet einen doppelt so hohen Anteil des Bruttoinlandsprodukts wie im Rest Europas.

    Verhältnisse wie in den USA?
    Dass die Krise in Spanien Ausmaße wie in den USA annimmt, glaubt der Immobilienexperte Miguel Hernandez nicht. Aber der völlig überhitzte Markt werde eine kalte Dusche abkriegen: "Einige Investoren in der Immobilienbranche haben sich total überschuldet – da werden die Banken bei den Finanzierungen vorsichtiger werden müssen. Die großen Banken haben sich abgesichert, aber einige kleinere, vor allem die Sparkassen kann es erwischen."

    "Irgendwas wird passieren", glauben auch Rocio und Borja. "Die Blase muss platzen. Denn immer mehr Leute werden ihre Wohnungen wieder verkaufen müssen, weil sie die Hypothek nicht mehr zahlen können. Wenn das so weitergeht, reden wir nicht von Tausenden, sondern von Hunderttausenden Leuten, die davon betroffen sind."

    Kneipe, Kino oder Bar – Rocio und Borja können sich das kaum noch leisten – Spazierengehen ist angesagt, als günstige Freizeitbeschäftigung. "Unsere Wohnung" sagen sie, "geben wir zuletzt auf."




    Quelle: http://www.daserste.de/weltspiegel/beit ... awl~cm.asp


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