Das zyprische Kloster „Kykkos“ ist nicht nur in touristischer
Hinsicht ein lohnenswertes Ziel, es ist auch einer der bedeutendsten religiösen
Orte des Landes. Erbaut wurde das „Kloster der Heiligen Jungfrau von Kykkos“ (so
der offizielle Name) vom Gründer der Dynastie Komnenian, dem byzantinischen
Kaiser Alexios I Komnenos, der von 1081 bis 1118 lebte. Als Standort wurde eine
gut 1.300 m hohe Ebene im Troodos – Gebirge nahe der Stadt Pedoulas ausgewählt.
Allerdings finden sich heute kaum noch Spuren des ersten Originalbaus, da das
Kykkos – Kloster im Laufe der Jahrhunderte insgesamt viermal den Flammen zum
Opfer fiel; der letzte Brand ereignete sich im Jahre 1813.
Die Entstehung des Klosters Kykkos soll Erzählungen nach auf
einen Einsiedler namens Esaias zurückgehen, der hier in einer Höhle lebte. Als
sich der damalige Gouverneur der Insel Doux Manuel Voutoumites auf der Jagd in
den Wäldern verlaufen hatte, fragte er Esaias nach dem Weg. Da dieser sich aber
von allen weltlichen Dingen losgesagt hatte, antwortete er nicht, was den
Gouverneur erzürnte und er verprügelte den Geistlichen. Viele Jahre später
erkrankte der Gouverneur schwer und betete zu Gott, dass dieser ihn heilen möge,
weil er sich bei Esaias noch entschuldigen wollte, bevor er diese Welt verlässt.
Doch bevor es dazu kam, erschien Gott dem Einsiedler, um ihm zu erklären, dass
das Geschehene allein Gottes Wille gewesen sei. Außerdem solle Esaias den
Gouverneur doch darum bitten, die Ikone der Jungfrau Maria von Konstantinopel
nach Zypern zu holen.
Esaias und der Gouverneur machten sich also auf die Reise,
fanden aber den Kaiser nur noch tot in Konstantinopel vor. Deswegen kehrte
Esaias zwar mit vielen anderen Symbolen, Ikonen und Gegenständen, aber ohne die
Ikone zurück. Kurz darauf erkrankte auch die Tochter des bereits verstorbenen
Kaisers und erst als Voutoumites schließlich auch die Ikone der Jungfrau Maria
nach Zypern schickte, wurde die Kaisertochter wieder gesund. Da es sich bei der
Ikone aber um eine heimlich angefertigte Fälschung handelte, erschien die Mutter
Gottes dem Gouverneur und forderte die echte Ikone für Zypern. Als diese im
Jahre 1080 schließlich doch noch in Zypern eintraf, wurde das Kloster Kykkos
errichtet, um sie angemessen aufzubewahren.
Andere Überlieferungen berichten von einem Vogel, der mit
menschlicher Stimme den Bau des Klosters als Schrein für die Ikone der Jungfrau
Maria ankündigte.
Im Verlauf der Geschichte gesellten sich zum Kloster Kykkos
mit der von Gold und Silber bedeckten Ikone noch weitere Sehenswürdigkeiten wie
beispielsweise das Grab von Erzbischof Makarios III. und der der Stuhl der
heiligen Maria, der „Throni“.