• Königsgräber Paphos

    © Mitglied ZyperntomDie Königsgräber von Nea Paphos, die an der zypriotischen Westküste zwischen Ktima und Kato Paphos gelegen sind, sind eine imposante Totenstadt, vermutlich aus dem 2. oder 3. Jahrhundert vor Christus. Architektonisch wurde die Nekropolis nach griechischem Vorbild erbaut. Brütende Hitze herrscht dabei, wenn man die Anlagen aufsucht, und Besuchern rinnt der Schweiß von der Stirn, bevor sie in die Grabkammern hinabsteigen. Denn nur über Stufenläufe gelangt ein Gast zunächst in einen rechteckigen Raum, ein sogenanntes Peristyl. Von dort aus kann man in die geheimnisvollen Vorkammern eintreten, wobei man von den Vorkammern aus in ganze Grabkammersysteme gelangt.

    Teilweise sind die Gräber für einzelne angedacht worden, teilweise für Mehrfachbestattungen. Alles ist in Kalkstein gemeißelt worden, dorische Säulen bilden dabei ein horizontales Gebälk, ebenfalls aus Stein gearbeitet. Faszinierend gearbeitete Metopen-Triglyphen-Friesen, Dreischlitzplatten, schließen die Räume und Vorräume nach oben hin ab. Die präzisen Ausarbeitungen sind dabei sehr bemerkenswert, so wie auch die gesamte Anlage. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie© Mitglied Zyperntom viele Menschen wie lange daran arbeiten mussten, um solche kunstvollen Bauten aus dem Stein heraus zu meißeln. Die Königsgräber von Nea Paphos sind tatsächlich prächtige Felsengräber, die den einstigen Totenkult eindrucksvoll widerspiegeln. Die Gräber gleichen dabei eher Häusern, die mit viel Mühe und Schweiß tief in die Erde gegraben wurden.

    Abseits vom Zentrum findet der Besucher ein weiteres Grab, das sich von den anderen unterscheidet: ein imposanter Block in einem in den Fels hineingearbeiteten Hof. Historiker sagen, dieser Block weise auf die "Mustafa Pascha-Nekropole" in Alexandria hin. Die 1983 entdeckte Anlage gilt als einmalig auf Zypern und ist es tatsächlich auch. Will man hineingelangen, so führt ein 20 Meter langer Stufenlauf, ein Stufendromos, in das Peristyl. Die Stuckverzierung ist imposant. Man vermutet dabei, dass die Grabkammern schon zur Zeit der Römer geplündert wurden. Eine frühchristliche Nutzung zeigt sich anhand von Kreuzspuren. Außerdem wurde ein mittelalterlicher Töpferofen gefunden, der auf eine eher alltägliche Benutzung hinweist. Dennoch ergreift den Besucher eine gewisse Ehrfurcht vor so viel Majestät und angesichts der Tatsache, dass in den imposanten Anlagen Tote bestattet wurden. Dabei wurden in den Königsgräbern tatsächlich nie Könige begraben, sondern Mitglieder einer Oberschicht. Doch angesichts des beeindruckenden Erscheinungsbildes der Totenstadt wurde zunächst vermutet, dass hier Monarchen bestattet wurden.

    Bei der Anlage kann man dabei einige Räume bzw. Grabkammern betreten, andere nicht. 1980 wurden die Königsgräber von Nea Paphos von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wer sie einmal besucht hat, der weiß warum: Sie sind einfach gewaltig und beeindruckend.
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